
Impfen – Sinnvoll oder für die Katz´?
Impfungen sind ein heikles Thema, denn im Mittelpunkt der Diskussion steht immer die Angst. Die Angst vor einer Erkrankung, gegen die eine Impfung schützen soll oder die Angst vor Neben-wirkungen, die durch die Immunisierung auftreten können.
Ohne Zweifel haben die modernen Impfstoffe (oder Vakzine) einen großen Beitrag zur Eindämmung von gefährlichen Seuchen geleistet. Im Fall des Menschen lässt sich das Beispiel der Pocken anführen, die infolge von konsequenten Impfprogrammen nahezu ausgerottet wurden; Tiere profitieren unter anderem von der Bekämpfung der Tollwut.
Doch auch die Bedenken bezüglich Impfungen sind nicht unbegründet. So treten bei Katzen als Folge von Impfungen bisweilen die sogenannten Impfsarkome auf. Dabei handelt es sich um Krebs-geschwüre, die sich im Bereich der Einstichstelle, besonders nach Tollwut- oder Leukose-Impfungen bilden können. Auch Autoimmunerkrankungen oder allergische Reaktionen stellen mitunter Vakzinosen dar, was bedeutet, dass die Krankheit durch eine Impfung ausgelöst wurde. Manche Impfstoffe stehen gar im Verdacht, die Erkrankung, gegen die sie schützen sollen, selbst auszulösen, wie beispielsweise derjenige gegen die feline infektiöse Peritonitis (FIP).
Verschiedene Kriterien einer Erkrankung sollten beleuchtet werden, bei der Überlegung, ob eine Impfung Sinn macht: Verläuft die Krankheit schwer und bedroht das Leben der Katze? Und ist das Tier dem betreffenden Erreger überhaupt ausgesetzt? Der letzte Punkt muss vor allem bei Wohnungskatzen Beachtung finden.
Außerdem ist es wichtig zu prüfen, ob der eingesetzte Impfstoff sicher und die Wirksamkeit nachgewiesen ist. Leider kann man dies nicht immer voraussetzen, auch wenn eine Schutzimpfung kommerziell vertrieben wird. Hier kann ein Gespräch mit dem Tierarzt oder Therapeuten oft weiter-helfen.
Je nach Haltungsbedingungen macht also die eine oder andere Impfung durchaus Sinn. Fraglich ist allerdings die Häufigkeit der Nachimpfungen. Ob jährliche sogenannte „Boosterungen“ notwendig sind, ist schwer zu sagen, da man sich häufig auf Angaben der Hersteller verlassen muss. Ferner ist die Praxis umstritten, mehrere Seren in Form einer Kombinationsimpfung zu verabreichen. Zwar bietet dies den Vorteil, dass nur ein Tierarztbesuch und nur eine Injektion nötig sind, in der Natur muss sich ein Organismus jedoch in allerRegel nur mit einem Erreger auseinandersetzen. Die Auswirkungen sind nicht leicht zu überschauen, zumal viele Erreger bei einer natürlichen Infektion über eine andere Eintrittspforte (zB. über die Nase) in den Körper gelangen. Hier sind auch andere Mechanismen neben der Antikörperbildung an der Immunantwort beteiligt, beispielsweise die lokale Reaktion der Schleimhaut. Auf der anderen Seite bietet ein jährlicher Tierarztbesuch den Vorteil, dass die Katze regelmäßig körperlich untersucht wird und Krankheiten somit rechtzeitig erkannt werden können.
Es muss also geklärt werden, welche Impfungen im Einzelfall Sinn machen und wie oft sie verabreicht werden sollen. Als Beispiel besteht die Möglichkeit eines rotierenden Impfschemas, bei dem die jeweiligen Impfstoffe (zB. gegen Tollwut, Katzenseuche und Katzenschnupfen) einzeln verabreicht werden, anstatt in Form eines Kombinationsimpfstoffes. In jedem Fall dürfen nur gesunde Tiere geimpft werden! Hat eine Katze das Glück, bei einem verantwortungsvollen Halter zu leben und von einem kompetenten Mediziner betreut zu werden, findet sich bestimmt der beste Weg zur Aufrechterhaltung ihrer Gesundheit.
Gastartikel von:
Susanne Huber
www.tierheilpraktiker-ettringen.de
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