
Spielen ist nicht nur für Wohnungskatzen wichtig
Schon kleine Kätzchen lernen spielerisch alle wichtigen Dinge fürs Leben: Sozialisation, Beutefang, Kämpfen. Unsere Wohnungstiger spielen meist mehr, als ihre Artgenossen mit Freigang. Doch auch diese Katzen, die trotzdem oft eng mit Menschen zusammenleben, haben Spielverhalten nicht verlernt.
Warum ist Spielen für eine erwachsene Katze wichtig?
Zuerst einmal ist es Bewegung – für reine Wohnungskatzen essentiell. Diese Katzen bewegen sich meist viel zu wenig und durch Apportierspiele mit Katzenspielzeug, Fangen eines Federwedels, Erhaschen einer Katzenangeln oder Jagen eines Laserpointers wird der Kreislauf angeregt und das Herz gekräftigt. Gleichzeitig kann Spielen auch die Koordination fördern. Dies ist vor allem bei Katzen mit motorischen Einschränkungen oder Behinderungen, wie beispielsweise Ataxie, sehr wichtig.
Gleichzeitig beschäftigt Spielen auch den Kopf – ähnlich dem Agility bei Hunden. Spielzeuge verstecken, Fangspiele oder auch Fummelbretter (siehe Foto) animieren Katzen zum Denken und damit zum notwendigen „Gehirnjogging“. Denn auch Katzen können nicht nur dick und faul werden, wie wir Menschen, sondern auch dement. Ausreichende Bewegung, hochwertige Ernährung und mentale Beschäftigung können dem vorbeugen.
Welches Spielzeug ist das Beste?
Diese Frage ist schwierig zu beantworten. So verschieden unsere Katzen sind, so unterschiedlich ist ihr Spielverhalten. Manche Katzen spielen einfach mit allem was sie so finden: Blätter, Korken, Plastikstreifen, Wattestäbchen, Tütenverschlüsse, Geschenkbänder, Wollknäuel, etc. Doch nicht alles davon ist wirklich für Katzen geeignet. Gerade bei Ringelbändern oder Wolle sollte man aufpassen, wenn Ihre Katze dazu neigt, diese Dinge zu fressen. Nicht selten kann dies im Verdauungstrakt Ihres Lieblings zu bösen Folgen und teuren Operationen führen! Seitdem ich einen TV-Bericht über eine Not-OP gesehen habe, lasse ich kein Ringelband oder ähnliches mehr herumliegen!
Natürlich gibt es sehr viel Spielzeug im Handel, teils sinnvoll, teils weniger. Grundsätzlich sollte das Spielzeug, das Sie aussuchen, Ihrer Katze und deren Vorlieben entsprechen. Wer gerne Bälle jagt, wird mit einer Angel evtl. nicht viel anfangen können und umgekehrt. Man kann Spielzeug für den Hausgenossen durch Sprays und Tinkturen attraktiv machen, viele Dinge wie Baldrian- oder Katzenminze-Kissen sind oft schon von Haus aus so behandelt.
Ich selbst bin bei diesen Dingen eher skeptisch: Erstens verfliegt dieser Geruch sehr schnell für die Katze und das Spielzeug ist hinterher uninteressant. Zweitens können Tinkturen und Öle auch Trägerstoffe (wie Alkohol) enthalten, was nicht gesund für unsere Miezen ist. Deshalb verwende ich für mein selbstgefertigtes Spielzeug „Marion’s Katzen-Sackerl“ nur echten Baldrian und echte Katzenminze.
Die Idee zu Marion’s Katzen-Sackerl
Schon in meiner Kindheit hatte ich eine große Liebe zu Tieren, hatte selbst Hasen, und Meerschweinchen. Auf dem Bauernhof meiner Freundin gab es natürlich Katzen, die neben meinem Lieblingspony meine besten Freunde waren. Nach ein paar Jahren ohne eigene Tiere in München hatte ich mich so einsam gefühlt, dass ich Kater Matzi bei mir aufgenommen habe. Seither teile ich mein Leben mit Katzen und möchte sie nicht mehr missen. Seit etlichen Jahren engagiere ich mich auch im Tierschutz, in kleinen Vereinen und privat in einer Art „Nachbarschaftshilfe“. So sind die ersten Sackerl damals für die „Luna-Hilfe für behinderte Katzen“ entstanden, weil ich nähen kann und es mir immer wichtig war, nicht nur zu Spenden, sondern auch durch aktiv zu helfen.
Über die Jahre haben sich daraus Marion’s Katzen-Sackerl entwickelt. Inzwischen mit eigener Website (www.katzen-sackerl.de), einem Facebookprofil und verschiedenen Arten von Katzenspielzeug: mit Reis gefüllte Sackerl, mit Schafwolle gefüllte Kissen (klein und in XXL) und handgestrickte, bunte Söckchen. Seit 2 Jahren unterstütze ich damit den Verein Katzenhilfe Katzenherzen e.V.
Mit der Sonderedition Crazy Cats habe ich sogar kleine Kopfkissen für Katzen im Angebot („Crazy Cats XXL“), die meine beiden privaten Sorgen-Patenkatzen Feli und Charly mit Futter und Medikamenten unterstützen.
Katzen-Sackerl – natürlich ist besser
Bereits die ersten Nähversuche wurden in ausgiebigen Test von meinen damaligen Katern Matzi und Muck sowie von vielen Freunden „auf Herz und Nieren“ geprüft: Hält der Stoff, bleibt das Bändchen wo es soll, Reis oder Wolle usw. So ist nach und nach meine Kollektion entstanden, teils auch durch Ideen von der Luna-Hilfe, die es inzwischen leider nicht mehr gibt.
Es hat sich bald herausgestellt, dass bunte Baumwollstoffe und Baumwollkordeln am besten für meine Katzen-Sackerl geeignet sind. Und dass es unter meinen Kunden auch kleine „Kampfkater“ gibt, die durchaus so ein Baumwoll-Sackerl zerbeissen können. Sollte das einmal passieren, ist es nicht so schlimm, da die Füllung aus Reis/Schafwolle und Baldrian/Minze nicht gesundheitsschädlich ist und in der Regel auch nicht gefressen wird. Für lebhaftere Katzen habe ich deshalb extra robuste Spielzeuge im Angebot: Sackerl aus buntem Jeans-Stoff und Kissen aus Cord im Leo-Print. Diese sind bisher alle heil geblieben. J
Da ich privat gerne Socken stricke, war immer wieder bunte Sockenwolle übrig: meist zuwenig für ein weiteres Paar, selbst für Kindersocken. Also wurden kurzerhand kleine handgestrickte Söckchen ins Spielzeugprogramm aufgenommen, die sehr beliebt sind.
Als Füllung haben sich die natürlichen Materialien Milchreis, gewaschene Schafwolle, Baldrian und Katzenminze (Catnip) bewährt. Auch hier gibt es bei Katzen unterschiedliche Vorlieben für Baldrian oder Minze, nicht alle reagieren gleich intensiv auf das eine oder andere. Da ich aber keine Tinktur oder Öle verwenden, sondern getrocknete, geschnittene Baldrianwurzel und selbstgezogene Katzenminze (Nepeta cataria) ist diese weder gesundheitsschädlich noch giftig.
Alle verwendeten Stoffe werden vorgewaschen und die Bändchen entsprechend fest verknotet oder festgenäht, damit diese nicht abfallen. Viele zufriedenen Kunden beweisen es: Marion’s Katzen-Sackerl machen glücklich.
Warum die Katzenherzen
2008 haben wir innerhalb von 8 Monaten unsere beiden Seniorkater und Sackerl-Tester Matzi und Mucki verloren. Im Juni hatten wir den Kater Sammy aus schlechter Haltung spontan bei uns aufgenommen und für ihn Gesellschaft gesucht, nachdem wir auch Mucki im Dezember 2008 plötzlich gehen lassen mussten. Im Internet hatte ich dann die kleine Trudi gefunden, die von den Katzenherzen vermittelt wurde und bereits in München auf der Pflegestelle war. Im Februar 2009 zum Trudi bei uns ein und sie und Sammy wurden schnell ein „Herz und eine Seele“.
Bei der Vermittlung habe ich dann die ersten Katzenherzen kennengelernt und war über den kompetenten und überaus unkomplizierten Kontakt bei der Vermittlung begeistert. So entschied ich mich dafür, selbst ein Katzenherz zu werden und diesen Verein auch mit meinen Katzen-Sackerl zu unterstützen, deshalb kommt 100% des Erlöses dem Tierschutz zugute!
Die Katzenhilfe Katzenherzen e.V. ist als gemeinnützig anerkannt und versucht, das Tierelend in Spanien und anderen europäischen Ländern zu bekämpfen – durch Vermittlung von Tieren in Tötungsstationen und Kastrationsaktionen. Alle Helfer arbeiten ehrenamtlich und die Spenden kommen da an, wo sie benötigt werden: bei den Tieren in Form von Medikamenten, Impfungen, Kastrationskosten, Futter und Transport nach Deutschland.
Das Team von katzenmeldungen.de bedankt sich für diesen Gastartikel bei Marion Aschenbrenner.
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Lukas | am 9. September 2011 um 20:04 Uhr
Lehrreicher Post. Bereichernd, wenn man das Thema auch mal aus einer anderen Perspektive beschrieben lesen kann.