
Ein Katzensprung zwischen Murren und Schnurren
Was der Mensch am Zusammenleben mit Katzen schätzt, ist sicherlich zum großen Teil die Unabhängigkeit, das Selbstständige, welches diese Tierart charakterisiert.
Oft kommen Menschen und Katzen ganz unverhofft, ungeplant zusammen…
Plötzlich stand sie da:
Ein klägliches Miauen, ein herzerweichender Blick – damit steht ihr, fast immer, die Tür offen, und völlig unspektakulär wird die Katze zum Familienmitglied.
Auch das liebt der Mensch an seiner Katze:
Verständnisvoll, wie es ihrer Art entspricht, hält sie Haus und Garten frei von Mäusen.
Sie zeigt sich stets sauber und ordentlich und begrüßt ihren Menschen so aufrichtig, wie es nur ein unbestechlicher, ein ehrlicher Freund, überzeugend schafft.
Hin und wieder lässt sie sich wärmend, gerne schnurrend, bei ihrem Menschen nieder und nichts auf der Welt ist so behaglich und entspannend, wie das Purrrr einer zufriedenen Katze.
Wenn sie jetzt noch unkompliziert bei der Ernährung ist und regelmäßig die Katzentoilette aufsucht, ja dann ist die Katze… vollkommen!
Aber wie war das mit der Unabhängigkeit, dem selbstständigem Wesen der Katzen?
“Nein danke, heute mag ich das Futter nicht.”
“Draußen ist es nass und kalt, ich bleib dann mal im Bett liegen.”
“Das neue Klo ist so gar nicht mein Ding, da soll drauf gehen wer will – ich nicht!”
Hat sich die Katze zu solch einem Gesinnungswandel entschlossen, dann hat der Mensch ein Problem.
Genau da setzt die Aufgabe eines Verhaltensberaters an.
Er ist Mittler zwischen Mensch und Tier und erklärt, worin die Problematik liegt und schafft Verständnis für beide Seiten.
Natürlich müssen Veränderungen möglich sein – für uns als Halter und auch für das Tier.
Meistens verläuft das auch reibungslos und funktioniert. Ein neues Streu, ein neues Familienmitglied, ein veränderter Tagesablauf….
Aber unerwarteter Weise kann eine Kleinigkeit zum großen Problem werden und dann muss Abhilfe geschaffen werden.
Ein Verhaltensproblem muss nicht immer zwingend von der Katze ausgehen.
Zuweilen machen wir, als Halter, irgendetwas anders; ohne, dass uns das bewusst ist.
Etwas, was die Katze nicht kennt, wo sie sich plötzlich vor fürchtet, was sie verunsichert.
Als Beispiel der Fall, dass die Katze plötzlich nicht mehr die Toilette aufsucht, weil der Halter ein neues, für die Katze fremdes, Einstreu benutzen.
Mit viel Einfühlungsvermögen, einer guten Diagnose und entsprechendes Training gelingt es in den meisten Fällen, die Katze wieder zum ursprünglichen Verhalten zurückzuführen.
Manche ihrer Eigenart mag der Mensch durchaus tolerieren, gar schätzen, als etwas Besonderes. Aber spätestens, wenn der Stubentiger den Flurteppich zum neuen Designer-Klo auserkoren hat, dann muss gehandelt werden.
Geben sie der Katze eine Chance – strafen Sie nicht, verändern Sie!
Wenden Sie sich bei Problemverhalten an einen qualifizierten Therapeuten.
Mit fachkundiger Hilfe sind bald alle Probleme gelöst und einem gemütlichen Couchabend neben Ihrer wohlig schnurrenden Katze steht nichts mehr im Wege.
Gastartikel von Petra Heermann – geprüfte Tierpsychologin
www.feli-care.de
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