
Unsauberkeit bei Katzen
Eines der häufigsten Probleme der Katzenhaltung ist die Tatsache, dass Katzen aus den verschiedensten Gründen nicht ihr Katzenklo benutzen. Es gibt vielschichtige Ursachen, von denen wir hier die wichtigsten beleuchten möchten.
Katzen kommunizieren zu einem Gutteil über ihre Exkremente. Wenn es einer Katze seelisch oder körperlich schlecht geht, kann es sein, dass sie uns dies durch Urinieren und/oder Koten an exponierten Stellen mitteilen möchte.
Mögliche Ursachen für Unsauberkeit:
- körperliche Ursachen (Blasenentzündung, Blasensteine, Schließmuskelprobleme, usw.). Symptome sind häufiges Harnabsetzen in der Umgebung des Katzenklos, vergebliches Aufsuchen des Katzenklos, Schmerzlaute beim Harnablassen, Blut im Urin, usw.
- Markieren aufgrund eingetretener Geschlechtsreife. Hauskatzen sollten kastriert werden, idealerweise vor der Geschlechtsreife. Beim Markieren stehen Kater aufrecht und der Schwanz zittert typisch.
- Unzufriedenheit mit dem Katzenklo (mit/ohne Haube, Streu zu grob, zu fein, parfümiert, zu wenig Streu, falscher Standort, zu klein, nicht sauber genug, usw.). Hierbei wird meist Kot und Urin außerhalb des Klos, aber in dessen Nähe abgesetzt.
- Katze ist nicht richtig oder noch gar nicht stubenrein (evtl. zu früh entwöhnt, kein Katzenklo gewöhnt, usw.). Hierbei benutzt die Katze gelegentlich das Klo, oft aber auch Blumentöpfe u.ä.
- seelische Ursache (das sogenannte “Protestpinkeln”). Hierbei kommen Eifersucht, Vereinsamung, Veränderungen der Umgebung oder des Tagesablaufes, uvm. als Ursache in Frage. Typisch dafür ist, wenn Kot im Katzenklo, Urin aber (auch) an anderen Orten (besonders beliebt sind Bettvorleger, Badteppiche, frische Wäsche) abgesetzt wird.
Vorbeugung
Am besten ist es, wenn Unsauberkeit gar nicht erst vorkommt. Zur Vorbeugung empfohlen:
- ausgewogene Ernährung zur Verhinderung von Blasenproblemen
- ausreichend Katzenklos (Idealerweise bei Wohnungskatzen: Anzahl der Katzen + 1. Bei Freigängern je nach Ausscheidungsverhalten.) mit reichlich Streu (8-10 cm) an ruhigem, ungestörtem Ort weit weg von den Näpfen. Immer sauber halten, feste Bestandteile 2x am Tag ausräumen.
- Katzen in der Wohnung lieber nicht einzeln halten
- damit Katzen nicht so empfindlich gegenüber Veränderungen sind, sollte man sie gelegentlich mit neuen Sinneseindrücken konfrontieren (gelegentlich Gegenstände von draußen mitbringen, Geruchserlebnisse, z.B. einen Ast aus dem Wald, einen Stein, große Blätter, mal vorsichtig ein Möbelstück an eine andere Stelle rücken)
Die schlimmsten Fehler
- junge Katzen zu früh (vor 10-12 Wochen) von der Mutter und den Geschwistern trennen
- junge Katzen einzeln in der Wohnung halten
- das Verhalten der Katze mit menschlichen Maßstäben beurteilen. Sie will Sie nicht ärgern, sie will sich nicht rächen, sie macht es nicht absichtlich – sie versucht lediglich zu kommunizieren.
Gegenmaßnahmen
Wenn es dann doch mal passiert, dann kann man je nach vermuteter Ursache verschiedene Gegenmaßnahmen ergreifen.
- zuallererst immer körperliche Ursachen durch einen Besuch beim Tierarzt ausschließen. So mancher Katzenhalter hat nach Monaten vergeblicher Verhaltenstherapie zerknirscht feststellen müssen, dass der “Protestpinkler” eine Blasenentzündung hatte. Dazu am besten gleich eine frische Urinprobe mitbringen.
- wenn die Unsauberkeit auf bestimmte Stellen beschränkt ist, dort wenn möglich ein Katzenklo aufstellen oder diese unzugänglich machen (z.B. dicke Kissen aufs Sofa, Mülleimer auf den Teppich, Badteppich wegnehmen, Alu-Rettungsdecke aufs Bett, Draht über die Blumentöpfe, usw.)
- Sprays oder Verdunster mit künstlichen Katzenpheromonen können helfen. Es gibt sie beim Tierarzt (Feliway). Dies hilft auch, wenn Katzen z.B. ein neues Möbelstück markieren
- Katzenklos überprüfen (siehe oben unter “Vorbeugung”)
- verstärkte Aufmerksamkeit für das Tier
- hat sich das Umfeld oder der Tagesablauf verändert? Dann gibt sich die Sache evtl. von selbst nach einer Weile wieder. Wenn möglich kann man auch versuchen, die Veränderung rückgängig zu machen.
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