Soziale Katzen


Katzen jagen allein. Wohl jeder hat bereits einmal eine Katze auf der Jagd durch eine Wiese streifen sehen. Vorsichtiges Vortasten auf der Jagd nach einer Maus beobachtet. Katzen sind hierbei allein. Mäusejagd im Rudel, wobei sich 8 Katzen an eine kleine Maus heranmachen, wäre wenig effektiv (und würde auch ein wenig lächerlich wirken ;) ).

Viele Menschen schließen nun aus diesen Beobachtungen auf den Einzelgänger Katze und schaffen sich in der Folge (nur) eine Katze an. – Ein Trugschluss, denn tatsächlich beschränkt sich das typische Einzelgängerverhalten einer Katze auf dieses eine Beispiel – die Jagd!

Katzen bilden matriarchalische Gruppen, die beispielsweise ein Lager teilen und sich bei der Aufzucht und Verteidigung ihrer Jungen unterstützen. Ein Kater kann in einer solchen Gruppe integriert sein.

Katzen haben also durchaus das Bedürfnis nach sozialen Kontakten. Hält der Mensch Katzen, so wird ein Teil dieses Bedürfnisses durch seine Beschäftigung mit der Katze abgedeckt. Ist menschliche Zuwendungszeit nicht ausreichend vorhanden, sollten auf jeden Fall zwei oder mehrere Katzen gehalten werden.

Wie stark das Bedürfnis nach sozialen Kontakten ausgeprägt ist, ist zwar individuell unterschiedlich, hängt jedoch im Wesentlichen von den Erfahrungen der Katze in der Sozialisierungsphase (den ersten zwei bis drei Lebensmonaten) ab.

Gemeint ist hier also nicht nur das Verhalten einzelner Katzen einer Gruppe zueinander, sondern auch das Verhalten gegenüber dem Menschen.

Wir wünschen uns zumeist eine aufgeschlossene Katze mit der wir kuscheln und spielen können, ohne dass wir durch ausgefahrene Krallen und Bisse verletzt werden. Auch soll unser Kätzchen nicht scheu unter dem Schrank verschwinden, sondern munter in der Wohnung herumtollen (nicht zu doll natürlich, denn da könnte ja was “kaputtgehen” ;) ).

Mehrere Katzen sollen sich miteinander beschäftigen, sich gegenseitig putzen und gemeinsam zusammengekuschelt “neue Streiche” erträumen.

Das Sozialverhalten von Katzen untereinander wird – in Haushalten mit mehreren Katzen – durch die Rangordnung der Tiere in der Gruppe bestimmt. Diese Rangordnung bildet sich z.B. durch Drohgebärden (Katzenbuckel) und Kampf, wobei letzterer nicht zwingend ein ernsthafter Kampf sein muss, sondern durchaus auch mit Pfotenhieb, Balgen, gegenseitigem Anfauchen etc. ausgetragen werden kann.

Die beim “Kampf” unterlegene Katze erkennt die Überlegenheit des dominierenden Tieres an und ordnet sich ein. Überraschender Weise sind es oft die Weibchen, die in einer Gruppe von Katzen das “Sagen” haben.

Die Wirkung der Rangordnung lässt sich beispielsweise bei der Auswahl bevorzugter Schlafplätze und der Reihenfolge des Fressens erkennen. Die Rangordnung ändert sich – mit den Umständen in der Katzengruppe, z.B. bei Mutterschaft einer Katze – von Zeit zu Zeit.

Bereits junge Katzen lernen spielerisch sich gegeneinander und gegenüber erwachsenen Mitkatzen zu behaupten.

Etwas anderes ist das Sozialverhalten gegenüber dem Menschen. Die Grundlage hierzu wird bereits in den ersten Lebenswochen einer Katze gelegt (Präge- oder Sozialisierungsphase). Katzen mit zahlreichen bzw. länger andauernden Kontakten zum Menschen sind diesem gegenüber weitaus aufgeschlossener und somit meist auch anschmiegsamer und schmusiger.

Viele Katzen zeigen gegenüber dem Menschen Verhaltensweisen, die aus ihrer Zeit als Jungkatzen herrühren. Sie kuscheln sich an und führen z.B. den typischen Milchtritt (Treteln) aus. Auch das Lutschen an Kleidungszipfeln etc. kann oftmals beobachtet werden.

Katzen, die bereits früh die verschiedenen Geräusche menschlicher Umgebung wie Türenschlagen, Haustürschelle, Staubsauger, lautes Reden, etc. kennengelernt haben, werden sich in ihrem künftigen Leben durch solche Geräusche kaum stören lassen. Katzen ohne diese Erfahrungen sind oftmals scheu und somit auch des Öfteren mal unter der besagten Couch zu finden.

Optimal wäre es auf jeden Fall, wenn die Katze mindestens 6 Stunden täglich die Möglichkeit hat, Kontakte zu ihrem Menschen aufzunehmen.

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