„Hat mein Tier Schmerzen?“ – Gastartikel


„Wie erkenne ich seine Schmerzen?“ und „Was kann ich dagegen tun?“ 

Diese Fragen stellen wir uns als Tierfreunde alle früher oder später – hier gibt es Antworten!

Länger bestehende Schmerzen zeigen sich bei Hunden und Katzen z.B. in Schonhaltungen oder typischen Gangbildern (z.B. mit dem Hintern wackeln), denen eine Schmerzvermeidungsstrategie zugrunde liegt, während Schmerzäußerungen wie Jaulen etc. eher bei heftigen akuten Schmerzen (z.B. Unfälle) vorkommen.

Besonders angeborene Veränderungen sind oft schwierig zu erkennen, da das Tier sie als „normal“ empfindet, also nicht bewusst unter Schmerzen leidet und in der Regel nur geringgradige Symptome zeigt. Ein Hinweis ist z.B. geringe Bewegungsfreude. Grundsätzlich bemüht sich jeder Hund und jede Katze angeborener Weise, keinen Schmerz zu zeigen, weil das in der Natur ein sicheres Todesurteil wäre. So können sich chronische Veränderungen einschleichen, die im Vorfeld vermieden werden können.

Durch Schonhaltungen kommt es zu Überlastungen bisher gesunder Strukturen BEI JEDEM SCHRITT. Außerdem bedeutet auch unbewusster Schmerz Stress für mein Tier.

Dies fällt im ganzen Ausmaß oft erst nach einer erfolgreichen Schmerztherapie und entsprechendem Aufblühen der Tiere auf. Es ist also wichtig, schmerzhafte Veränderungen, aber auch Fehlbelastungen, rechtzeitig zu erkennen und nach Möglichkeit auszuschalten. Daher wird bei der ganzheitlichen Schmerztherapie großer Wert auf einen besonders gründlichen Untersuchungsgang mit ausführlichem Vorbericht gelegt.

Kein chronischer Schmerz beginnt als solcher! Es gibt immer ein auslösendes akutes Stadium. Ein Gelenk bleibt nie dauerhaft alleine betroffen!! Durch Fehlbelastungen werden immer mehr Strukturen in den Prozess einbezogen, z.B. führt ein Entlasten der schmerzenden Hüfte zur Überlastung der Wirbelsäule, der Knie und später auch der Ellenbogen…

Neben den allgemein bekannten Therapieverfahren wie Schmerzmedikation können auch ganzheitliche Verfahren wie Lasertherapie, Magnetfeldtherapie, Akupunktur, Neuraltherapie, Goldimplantation, Physiotherapie und verschiedene Massageformen sehr hilfreich sein.

Die weniger bekannten Verfahren Goldimplantation und Neuraltherapie werden hier zum besseren Verständnis kurz skizziert.

Was ist eine Goldimplantation?

Nach einer sehr speziellen Untersuchung werden an bestimmte Punkte 1 -3 mm lange Golddrahtstückchen implantiert. Bei korrekter Implantation durch zertifizierte Spezialisten können körperliche Störungen wirksam und dauerhaft behandelt werden. Hauptanliegen der Goldimplantation ist die ganzheitliche Therapie des Körpers in seiner Bewegung. Es wird also nicht eine einzelne Gelenkerkrankung behandelt, sondern die Bewegung als Einheit harmonisiert. Übrigens sind die Goldimplantate kein Hindernis für andere Behandlungsmethoden wie z.B. Akupunktur oder Chirurgie. Sie können sogar im Gegenteil teilweise sehr gut kombiniert werden.

Was ist eine Neuraltherapie?

Im Prinzip handelt es sich um Lokalanästhesie-Spritzen an bestimmte Körperpunkte oder Körperzonen. Hierbei werden je nach gewünschter Wirkung verschiedene Lokalanästhetika in die Haut (Quaddel), in die Muskulatur, an den Knochen oder an Nerven injiziert. Das Aufspüren und Ausschalten von Störfeldern ist der Dreh- und Angelpunkt der Neuraltherapie.

Ziel der ganzheitlichen Schmerztherapie ist die NACHHALTIGE HEBUNG DER LEBENSQUALITÄT und die Harmonisierung der Körperhaltung und Bewegung!

Methoden der Schmerztherapie:

medikamentöse Schmerztherapie: oft nicht zu vermeiden zur anfänglichen Schmerzbekämpfung und Wiedererlangung von Lebensfreude bzw. bei OPs, oft als Vorbereitung für komplementäre Methoden oder wenn ganzheitliche Therapie zurzeit nicht gewünscht wird oder organisiert werden kann

Akupunktur / Neuraltherapie: besonders für mittel- bis langfristigen Erfolg, nebenwirkungsarm bis -frei, gute Kombinationsfähigkeit mit anderen Methoden, betroffene Regionen können je nach Bedarf stimuliert oder sediert werden

Goldimplantation / Goldakupunktur: seit Mitte der 90er Jahre, besonders bei chronischen Schmerzen, umfassendes konservatives orthopädisches Therapieverfahren mit ganzheitlichem Anspruch für den Bewegungsablauf, langfristige Harmonisierung der Bewegungsabläufe, gute Kombinierbarkeit mit anderen Methoden, Indikationen früher hauptsächlich Hüfte, heute ganze Orthopädie und vielfältige chronisch-entzündliche Prozesse, es wird nicht die einzelne Gelenkerkrankung sondern das Gangbild in toto therapiert, , einzige Methode zur „prophylaktischen“ HD-Therapie beim Junghund

physikalische Therapie: analgetisch wirksame Methoden (Laser, TENS, Elektroakupunktur…) sowie kausaltherapeutische, nachhaltig schmerzlindernde Ansätze (Massage, passive Bewegung…), oft Kombination mit anderen Therapieverfahren, oft keine Heilung aber Reduktion von Schmerzmedikamenten möglich, Muskelaufbau und –erhalt vor und nach OP (oft wird leider erst behandelt, wenn Muskeln wegen anhaltender Beschwerden bereits abgebaut sind)

Massage: beruhigend oder anregend

Bewegungstherapie: Bewegung ist Leben – möglichst keine Ruhigstellung, passive oder aktive Krankengymnastik nach genauer zielorientierter Anleitung der Besitzer

Elektrostimulation: TENS bei neurologischen Defiziten, Iontophorese

therapeutischer Ultraschall: Erzeugung von Tiefenwärme, bei verspanntem bis pathologisch verändertem Muskelgewebe

Magnetfeldtherapie: pulsierende Magnetfelder, z.T. in Kombination mit Akupunktur, Durchblutungsförderung, bessere Zellatmung und Schmerzlinderung, gute Akzeptanz

Laser: kaum Stress da absolut schmerzfrei, keine Nebenwirkungen, gute Kombinierbarkeit mit anderen Methoden, sowohl lokale Behandlung als auch Akupunkturwirkung

Als Begleittherapie:

Photo- / Thermotherapie: Infrarotlampe, Hot- / Coldpacks

Homöopathie: oft als begleitende Schmerztherapie, Regulationstherapie, individuelle Therapie für jeden einzelnen Patienten und dessen Gesamtheit der Symptome

Aromatherapie: Duftstoffe zur Linderung oder Vorbeugung von Erkrankungen (Melisse, Baldrian und Lavendelöl beruhigend; Wacholder, Latschenkiefer und Rosmarin belebend)

Musiktherapie: entspannende Musik reduziert auch bei Tieren Stress und steigert die Toleranz gegenüber Schmerzen.

Bei Interesse beraten wir Sie gerne persönlich zum Thema Schmerztherapie!

Vielen Dank für diesen Gastartikel von Frau Dr. Ina Schneiderat!

www.dr-schneiderat.de

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