Vom Stubentiger zum Freigänger


Was ist beim Freigang einer Katze zu beachten?

Der Freigang einer Katze ist nur dann empfehlenswert, wenn die Wohnung in einer verkehrsberuhigten Zone liegt oder/und eventuell ein Garten vorhanden ist, der vielleicht sogar „katzensicher“ eingezäunt wurde. Noch besser ist natürlich, wenn es sich um eine ländliche Umgebung mit Feldern und Wiesen handelt. Doch auch hier lauern viele Gefahren, die der Katze und sogar dem Menschen schaden können.

Zunächst einige grundsätzliche Dinge, die speziell bei Katzen mit Freigang wichtig sind:

Bevor die Katze das erste Mal Freigang bekommt, sollte sie sich bereits einige Wochen in diesem Zuhause befinden. Wenn Katzen in einem neuen Zuhause sofort Freigang haben, kann es passieren, dass sie noch keinen Bezug zu diesem Ort entwickelt haben. Bei scheuen Katzen ist eine deutlich längere Zeit sinnvoll, die Katze muss sich zunächst im Haus vollkommen sicher fühlen.

Das Gleiche gilt natürlich auch nach einem Umzug. Die  Katze soll zunächst ausreichend Zeit haben, sich an die neue Wohnung zu gewöhnen, bevor sie Auslauf bekommt.

Bei den ersten Freigang-Versuchen ist ein Laufgeschirr mit dem Besitzer am anderen Ende, oder ein gesicherter Freilaufbereich sinnvoll. Dann kann sich die Katze an die neuen Geräusche und Gerüche in ihrer Umgebung gewöhnen, ohne gleich panisch zu flüchten.

Es ist Katzenhaltern dringend ans Herz zu legen ihre Katzen und Kater kastrieren lassen, bevor sie Freigang bekommen. Nicht nur, weil es jedes Jahr zu viel Katzennachwuchs gibt, sondern auch, weil dadurch das Risiko abnimmt, dass die Katzen entlaufen, überfahren werden, oder bestimmte Krankheiten bekommen. Die Flut der herrenlosen, streunenden Katzen in Deutschland könnte auf diese Weise ein wenig eingedämmt werden. Tierschutz beginnt folglich bereits bei der Kastration der eigenen Tiere. Der Grund dafür ist unter anderem, dass kastrierte Tiere ein kleineres Revier haben, und nicht in gleichem Maße in Revierkämpfe verwickelt sind, bei denen durch Bisse z.B. FIV übertragen werden kann.

Wichtig bei Freigängern ist auch, dass sie nach Möglichkeit kein Halsband tragen. Denn ein Halsband kann sich in Zäunen und Zweigen verfangen. Es kommt auch vor, dass eine Katze beim Versuch es mit der Pfote abzustreifen eine Pfote hindurchsteckt, und sie dann nicht wieder hinaus bekommt. Natürlich kann sie dann auch nicht mehr richtig laufen, und daher evtl. nicht nach Hause kommen. Ein Halsband wäre nur dann sicher, wenn es bei sehr geringem Zug komplett öffnet, würde dann aber häufig verloren gehen.

Auf jeden Fall zu beachten ist auch ein ausreichender Impfschutz, mindestens gegen Katzenschnupfen und Katzenseuche, je nach Wohnort zusätzlich gegen Tollwut.

Regelmäßige Wurmkuren und Kontrolle auf Flohbefall sollten sich für verantwortungsbewusste Katzenhalter von selbst verstehen. Ebenso eine Kennzeichnung des Tieres durch einen Mikrochip und eine Tätowierung. Falls der Vierbeiner einmal entwischt ist es ratsam gute Fotos von dem Tier zu besitzen, falls man sich auf die Suche begeben muss.

Wer vor dem Füttern immer ein spezielles, ungewöhnliches, weithin hörbares Geräusch (aber nicht so laut, dass die Nachbarn genervt sind…)macht, hat im Notfall einen großen Vorteil!  Gut sind hohe Töne. Beispielsweise Schlüsselklimpern, Fressnapfklappern, Glöckchen usw. Falls die Katze einmal wegläuft, könnte es eben dieses Signal sein, dass sie zur Heimkehr bewegt.

Um kontrollieren zu können, ob sich die Katze nach ihrem Herumstromern verletzt hat, ob sie krank ist oder sich Parasiten im Fell eingenistet haben, ist wichtig, regelmäßige Fütterungszeiten und zwar im Haus, einzuhalten. Damit die Katze auch zum Füttern erscheint, sollte sie nicht übersättigt ins Freie gelassen werden, denn nur dann wird sie später entweder vom Hunger nach Hause getrieben oder auf die laute Rufe ihres Menschen reagieren. Das ist vor allem bei jungen Tieren sehr wichtig. Auch sollte die Katze im Haus ihre „Katzentoilette“ benutzen können, denn die Ausscheidungen des Tieres lassen Rückschlüsse zu auf seinen Gesundheitszustand zu (Durchfall, Verstopfung, Würmer).

Kommentar schreiben

Kommentar


Diese Artikel könnten Sie auch interesssieren

Villa Maunz

Aus dem Nähkästchen einer Katzenpension

Seit über 25 Jahren führe ich nun mein Katzenhotel - die VILLA MAUNZ - und in dieser Zeit durfte ich sehr, sehr viele Katzen betreuen. Immer wieder begegneten mir natürlich gängige "Weisheiten" ...

DEUTSCHER TIERSCHUTZBUND

Wohin mit dem Haustier in der Urlaubszeit?

Seit 18 Jahren ist die Urlaubsaktion Nimmst du mein Tier, nehm’ ich dein Tier des Deutschen Tierschutzbundes und seiner Mitgliedsvereine eine Lösung für diejenigen, die ihr Haustier nicht mit in d...

Bildquelle:Europäisch Kurzhaar 1 © Truthenne - Fotolia.com

Wie füttere ich meine Katze richtig?

Diese Frage stellt sich in den meisten Beziehungen zwischen Mensch und Katze nicht mehr. Aber für die Einsteiger hier nochmal ein paar wichtige Grundlagen....

www.nina-herr.de

Nina Herr – Fotografie aus Leidenschaft

Die Verbindung von Mensch und Tier war schon immer eine ganz besondere. Jeder, der einmal mit Tieren zu tun hatte, wird sie nicht mehr loslassen wollen. Jede Beziehung erzählt eine ganz andere Geschi...