Whittington und seine Katze III


 

Darüber wunderte sich der Kapitän und fragte, ob dieses Ungeziefer nicht sehr unangenehm sei. “Oh ja”, sagten sie, “es ist sehr widerlich. Und der König gäbe die Hälfte seiner Schätze, wenn er davon befreit würde, denn sie verderben nicht nur seine Mahlzeit, wie Ihr seht, sondern sie greifen ihn in seinem Schlafgemach an, sogar im Bett, und so muss er beim Schlafen bewacht werden aus Furcht vor ihnen.” Der Kapitän machte einen Freudensprung, er erinnerte sich an den armen Whittington und seine Katze, und er erzählte dem König, er habe ein Geschöpf an Bord des Schiffes, das würde all dieses Ungeziefer sogleich erledigen. Über diese Nachricht hüpfte dem König das Herz so vor Freuden, dass ihm der Turban vom Kopf fiel. “Bring mir dieses Geschöpf her”, sagte er, “solches Ungeziefer ist an einem Königshof schrecklich, und wenn das Geschöpf fertig bringt, was du sagst, dann will ich im Tausch dafür dem Schiff mit Gold und Edelsteinen beladen.”

Der Kapitän verstand sein Geschäft und nahm die Gelegenheit wahr, die Verdienste der Mieze gebührend darzustellen. Er erklärte Seiner Majestät, es wäre sehr ungeschickt, sich von ihr zu trennen, denn wenn sie fort wäre, könnten die Ratten und Mäuse die Waren im Schiff vernichten. Aber um Seiner Majestät zu Diensten zu sein, wolle er das Geschöpf holen. “Lauf, lauf!” sagte die Königin, “ich kann es nicht erwarten, das liebe Geschöpf zu sehen.” Während ein anderes Mahl bereitet wurde, ging der Kapitän fort zum Schiff. Er nahm die Mieze unter den Arm und war gerade zeitig genug zur Stelle, um die Tafel voll mit Ratten zu sehen. Als die Katze sie sah, wartete sie nicht ab, bis sie geheißen wurde, sondern sprang dem Kapitän aus den Armen, und nach wenigen Augenblicken lagen ihr fast alle die Ratten und Mäuse tot zu Füßen. Der Rest sprang in der Angst fort zu seinen Löchern.

Der König und die Königin waren ganz entzückt darüber, dass sie diese Plage so leicht losgeworden waren, und begehrten, das Geschöpf solle ihnen zum Ansehen gebracht werden, das ihnen so einen großen Gefallen getan hatte. Darauf rief der Kapitän: “Miez, Miez, Miez!” und sie kam zu ihm. Er überreichte sie dann der Königin. Die fuhr zurück und fürchtete sich, ein Geschöpf anzurühren, das eine solche Verheerung unter den Ratten und Mäusen angerichtet hatte. Als der Kapitän aber die Katze streichelte und sagte: “Miez, Miez”, da berührte sie die Königin auch und rief: “Miet, Miet”, denn sie hatte nicht Englisch gelernt. Er setzte sie dann auf den Schoß der Königin nieder, dort schnurrte sie, spielte mit Ihrer Majestät Hand und schnurrte sich in den Schlaf.

Als der König die Taten von Frau Mieze gesehen hatte und erfuhr, dass sie trächtig war und das ganze Land versorgen könnte, da handelte er mit dem Kapitän um die ganze Schiffsladung und gab ihm dann für die Katze zehnmal so viel, als alles übrige wert war. Der Kapitän nahm dann Abschied von der königlichen Gesellschaft und segelte unter günstigem Wind nach England, und nach einer glücklichen Fahrt kam er gut und sicher in London an.

Eines Morgens, Herr Fitzwarren war gerade in sein Kontor gekommen und hatte sich ans Pult gesetzt, da kam jemand und klopfte tapptapptapp an die Tür. “Wer ist da?” sagte Herr Fitzwarren. “Ein Freund”, antwortete der andere, “ich bin gekommen, um Euch gute Nachrichten von Eurem Schiff ‘Einhorn’ zu bringen.” Der Kaufmann war sofort auf den Beinen, öffnete die Tür, und da wartete kein anderer als der Kapitän und Handelsbeauftragte mit einem Kasten voller Juwelen und einem Frachtzettel, der den Kaufmann die Augen aufreißen ließ und dem Himmel danken, dass er ihm eine so glückhafte Seefahrt beschieden hatte. Sie erzählten dann die Geschichte mit der Katze und zeigten das reiche Geschenk, das der König und die Königin dem armen Dick dafür geschickt hatten. Sobald der Kaufmann dies hörte, rief er nach seinen Dienern:

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